Nach ihrer heutigen Sitzung hat die Lenkungsgruppe zum Ausbildungspakt von Wirtschaft und Bundesregierung erklärt, auch im Krisenjahr 2009 jedem ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen Jugendlichen ein Lehrstellenangebot machen zu wollen. Während Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) von der Wirtschaft 600.000 neue Verträge fordert, wollen die Wirtschaftsverbände und auch Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) diesem konkreten Ziel nicht folgen.

Dazu erklärt Katrin Budde, Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt: "Wenn man sich die Zahlen der letzten Jahre anschaut, sind 600.000 Ausbildungsplätze eine realistische Größe. Wir werden sie brauchen, damit auch die fast 1,5 Millionen junge Leute zwischen 20 und 29 Jahren, die ohne Berufsabschluss sind, eine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben.

Wenn wir es nicht schaffen, dass jeder entweder Abitur oder eine Berufsausbildung hat, produzieren wir sehenden Auges Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel.

Das wäre nicht nur gesellschaftlicher, sondern auch wirtschaftlicher Unsinn. Es wäre kurzsichtig für Unternehmen, während der Krise ihre Ausbildungsprogramme massiv zusammenzustreichen. Wer heute nicht ausbildet, wird nach der Krise den Aufschwung verpassen. Insofern ist das Feilschen um weniger Ausbildungsplätze im Rahmen des Ausbildungspaktes nicht nur unwürdig, sondern ökonomisch kurzsichtig."