Anlässlich des Tages der Deutschen Einheit hat Katrin Budde, Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, die Wiedervereinigung als "hart erkämpften Glücksfall der deutschen Geschichte" bezeichnet: "Der Fall der Mauer war hart erkämpft, gegen das Regime, auf der Straße. Das ist eine große Leistung der Menschen hier im Osten. Dennoch haben wir auch Glück gehabt. Glück, dass niemand auf den wahnwitzigen Gedanken kam zu schießen. Glück, dass der Herbst 1989 als friedliche Revolution in die Geschichte eingehen konnte."

Budde würdigte die Aufbauleistung der Menschen in Ostdeutschland: "Was hier im Osten nach der Wende entstanden ist, kann sich sehen lassen. Wenn man die Städte und Gemeinden von heute mit den Bildern von vor 19 Jahren vergleicht, ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht. Die Menschen in den Neuen Bundesländern können stolz darauf sein, was sie geschaffen haben." Dennoch sei der Aufbau Ost auch ein gesamtdeutsches Projekt, der ohne die Solidarleistung der gesamten Bundesrepublik so kaum denkbar gewesen wäre.

Trotz des bisher Erreichten seien der Aufbau Ost und die innere Einheit noch nicht abgeschlossen. Budde wies darauf hin, dass der Osten bei der Wirtschaftskraft, bei Löhnen und Gehältern oder bei der Rente noch immer nicht das Niveau der Alten Bundesländer erreicht habe. "Die Wiedervereinigung war am 3. Oktober 1990 nicht beendet, sondern sie hat damals begonnen. Sie wird auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten eine dauerhafte Aufgabe bleiben."