Der SPD-Gewerkschaftsrat hat in seiner heutigen Sitzung eine Abkehr von der Niedriglohnstrategie für Sachsen-Anhalt gefordert. „In Zeiten, in denen Sachsen-Anhalt durch Bevölkerungsrückgang und Überalterung von einer Reduzierung des Arbeitskräftepotenzials bedroht ist und in denen das Land auf einen Fachkräftemangel zusteuert, ist das der falsche Kurs“, warnt Andreas Steppuhn, Vorsitzender des SPD-Gewerkschaftsrates.

Die Sicherung des Fachkräftebedarfs hängt nach Ansicht der SPD von zwei entscheidenden Faktoren ab: 1. Gute tarifliche Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen; 2. Sichere und attraktive Arbeitsverhältnisse und Aufstiegschancen. „Fachkräftesicherung und Niedriglohnland passen nicht zusammen“, erklärt Katrin Budde, SPD-Landesvorsitzende und Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion. „Wir können die Menschen nur hier halten und ihnen eine Perspektive geben, wenn sie anständig bezahlt werden.“

Der Gewerkschaftsrat verwies auf das Positionspapier der sachsen-anhaltischen SPD, das folgende Punkte enthält:

1.      Wer Fachkräfte an Sachsen-Anhalt binden möchte, muss gute tarifliche Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen garantieren

2.      Sichere und attraktive Arbeitsverhältnisse und Aufstiegschancen sind der Nährboden, auf dem Fort- und Weiterbildung gedeihen

3.      Die bewährten Berufswahl- und Berufsorientierungsangebote der Schulen, Kammern und Arbeitsagenturen müssen gestärkt und vor Ort besser miteinander verzahnt werden

4.      Arbeitgeber und Staat sollen jedem ausbildungswilligen und -fähigen jungen Menschen einen Ausbildungsplatz anbieten

5.      Flächendeckende Bildungsberatungsangebote, die möglichst betrieblich und aufsuchend sind, sollen die Weiterbildungsbeteiligung der Beschäftigten steigern

6.      Eine öffentliche Weiterbildungsfinanzierung und ein gesetzlicher Weiterbildungsanspruch für Beschäftigte sollen die Fachkräfteversorgung für die Zukunft sicherstellen

"Das ist der richtige Weg für Sachsen-Anhalt“, sagte Jens Bullerjahn, SPD-Spitzenkandidat und Finanzminister. „Der Unterbietungswettbewerb bei den Löhnen bringt nichts Gutes für die Entwicklung des Landes und erst recht nichts für die Menschen.“ Bullerjahn warnte davor, die Menschen einfach ziehen zu lassen. „Ohne Menschen, die fleißig arbeiten, hat Sachsen-Anhalt keine Zukunft.“