Die sachsen-anhaltische SPD hat den Vorschlag von Herrn Hüter (IW), das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre anzuheben, scharf kritisiert. „Der Vorschlag ist haarsträubend und herzlos“, erklärte Katrin Budde, Vorsitzende der sachsen-anhaltischen SPD. „Wir wissen, dass bereits heute nur ein Bruchteil der Erwerbstätigen bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres arbeitet, weil es zum einen kaum Möglichkeiten für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gibt, ihre Lebensarbeitszeit auszuschöpfen und weil es in vielen Berufsgruppen gar nicht möglich ist, bis 65 zu arbeiten. Wer vor diesem Hintergrund die Rente mit 70 vorschlägt, serviert den Renterinnen und Rentnern mit einem kalten Lächeln eine immense Rentenkürzung.“

Victoria Schmid, Mitglied des SPD-Landesvorstandes, ergänzt die Kritik: „Vor dem Hintergrund des mangelnden Angebotes an Arbeitsplätzen für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer steht schon die Rente mit 67 in Frage. Wo bleibt die Achtung vor der Lebensleistung der arbeitenden Menschen, wenn dann sogar die Rente mit 70 gefordert wird? Herr Hüter will einen Großteil der Bevölkerung mehr als fünf Jahre vor dem Renteneintritt in die Arbeitslosigkeit schicken. Ein größerer Beitrag zur flächendeckenden Beförderung der Altersarmut ist kaum vorstellbar.“