Der SPD-Landesverband Sachsen-Anhalt und der BUND-Landesverband haben heute in Magdeburg gemeinsam die Kampagne „Arbeit statt Kernkraft“ gestartet. Sie richtet sich gegen die geplante Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke durch die Bundesregierung. Die landesweite Kampagne wird bis zum Ende des Jahres laufen.

BUND und SPD warnen davor, dass das Energieland Sachsen-Anhalt wird zum Verlierer der Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken wird. „Während die Energiekonzerne vor allem von den verlängerten Laufzeiten mit zusätzlichen Milliardengewinnen bis 2040 profitieren, geraten Arbeitsplätze im Bereich der Zukunftsenergien in Sachsen-Anhalt in ernsthafte Gefahr“, erklärte die SPD-Landesvorsitzende Katrin Budde. „Sachsen-Anhalt ist Standort für Spitzentechnologie im Energiebereich geworden, darauf wollen wir aufbauen und mehr Jobs im Land schaffen“, ergänzt Marko Mühlstein, Vorsitzende des SPD-Landesfachausschusses Energie. „Die gefestigte Marktmacht von Kernenergie zu stärken, wirkt dem entgegen und wird deshalb von BUND und SPD abgelehnt.“

Mit der gemeinsamen Kampagne wollen BUND und SPD deutlich machen, dass die Menschen in Sachsen-Anhalt diese Kernenergiedeal von CDU und FDP ablehnen und sich für die Arbeitsplätze im Bereich der Forschung und Produktion der erneuerbaren Energien stark machen. „Der BUND ist Partner der Kampagne, weil wir uns für eine nachhaltige Energieversorgung mit erneuerbaren Energien einsetzten“, erklärt BUND-Landesgeschäftsführer Oliver Wendenkampf. Er wies zudem auf ungeklärte Fragen der Sicherheit und der Entsorgung hin. „Die Verlängerung der Laufzeiten bedeutet eine Vervielfachung der Atommüllmenge, ohne das wir heute wissen wo dieser strahlende Müll hin soll“, so Wendenkampf. „Im Moment wird das mit Gorleben und Morsleben auf dem Rücken von Sachsen-Anhalt ausgetragen.“

Kritik übten die Initiatoren der Kampagne am Energiekonzept der Bundesregierung, dass den den Anteil der Kernenergie im Sinne der Stromkonzerne zementiert. „Das schadet vor allem auch kleinen Wettbewerbern wie den Stadtwerke“, mahnte Katrin Budde. In Sachsen-Anhalt habe die 27 Stadtwerke auf die politischen Vereinbarungen für den Atomausstieg vertraut und in hocheffiziente Kraftwerkstechnik und erneuerbare Energien investiert. „Diese Stadtwerke müssen jetzt mit hohen Verlusten rechnen, da die Atomkraftwerke eine politische Bestandsgarantie erhalten. Die Einnahmeverluste der Stadtwerke werden deutschlandweit auf 4,5 Milliarden beziffert. Eine Rechnung die am Ende die Verbraucher zahlen müssen“, erklärt Marko Mühlstein.