Zur Debatte in der CDU um den flächendeckenden Mindestlohn erklärt Katrin Budde, Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion und SPD-Landesvorsitzende: "Es ist schon seit Langem richtig und die SPD hat das schon seit Langem gesagt: Der Mindestlohn muss kommen. Jeder sollte von seiner Arbeit leben können. Das ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch der wirtschaftlichen Vernunft. Schließlich ist es entwürdigend, nach einem 160-Stunden-Arbeitsmonat noch Aufstockungsleistungen beim Amt beantragen zu müssen. Zudem ist dies einer der größten Subventionstatbestände in der Bundesrepublik.

Ich beglückwünsche die CDU, endlich in Kreise derer angekommen zu sein, die diese Tatsachen erkannt hat. Man reibt sich natürlich verwundert die Augen, zu welchen politischen Sprüngen Frau Merkel fähig ist. Aber in der Sache ist das gleich. Wichtig ist, dass der Mindestlohn kommt. Politisch wird die CDU-Vorsitzende das noch auf dem CDU-Bundesparteitag durchfechten müssen. Ich bin nicht sicher, dass ihr das gelingt, aber im Interesse der Menschen hoffe ich, dass sie es wenigstens ernsthaft will.

Im Übrigen sollte die CDU konsequent sein und auch den zweiten Schritt gehen und einen einheitlichen Mindestlohn in ganz Deutschland anstreben. Es ist im Jahr 21 nach der Deutschen Einheit nicht einzusehen, warum hier im Osten schon wieder automatisch geringere Löhne zulässig sein sollen.

Für die Koalition in Sachsen-Anhalt wird es damit  leichter, den Koalitionsvertrag im Bereich Arbeitsmarkt umzusetzen und das Lohndumping hierzulande zu bekämpfen. Egal, ob es am Ende Mindestlohn oder Lohnuntergrenze heißt, wichtig ist, dass es in Sachsen-Anhalt eine stabile Schutzmauer gegen Lohndumping gibt."