12.01_31_qlb_IMG_1121_querHeute war der Vorstand der SPD-Landtagsfraktion im Rathaus zu Quedlinburg zu Gast, um sich im Gespräch mit Oberbürgermeister Dr. Eberhard Brecht über die Entwicklung der Stadt zu informieren. Der Oberbürgermeister berichtete, dass die Umsetzung der Gemeindegebietsreform in Quedlinburg bislang überwiegend geglückt sei. „Nach der Eingemeindung von Gernrode, Bad Suderode und Rieder gibt es ein vernünftiges Miteinander unter den Mitgliedsgemeinden“, sagte Brecht. „Wir verzeichnen bereits heute eine positive Dividende bzgl. der Personalkosten durch die Gemeindegebietsreform.“ Die SPD-Fraktionsvorsitzende Katrin Budde begrüßte diese Entwicklung. „Das Beispiel Quedlinburg zeigt, dass es richtig war, bei der Gemeindegebietsreform auf die Bildung größerer, leistungsfähiger Gemeinden zu setzen“, erklärte Budde.

Als Schwerpunkt für die nächsten Jahre nannte Dr. Eberhard Brecht die Stärkung der wirtschaftlichen Entwicklung. Zwar sei es gelungen in den letzten beiden Jahren über 700 Arbeitsplätze in 24 Firmen zu schaffen. „Aber das reicht noch nicht aus“, so Brecht. Die neue große Stadt Quedlinburg setze dabei auf die Erschließung von Industrieflächen. „Die Nachfrage dafür ist da.“ Diese Schwerpunktsetzung fand die einhellige Zustimmung der Parlamentarier. „Es gilt für das Land insgesamt wie für die einzelnen Kommunen“, verwies Katrin Budde auf die „Leidensgemeinschaft“ von Land und Kommunen, „wir müssen es schaffen, auf eigenen Beinen zu stehen. Die Stadt Quedlinburg geht dabei den richtigen Weg.“

Der Oberbürgermeister gab den Landespolitikern noch drei Wünsche mit auf den Weg. „Für Quedlinburg ist es ganz wichtig, dass der Lückenschluss der L66 realisiert wird“, erklärte Brecht. „Das ist die Anbindung für unser Industriegebiet.“ Katrin Budde versprach, dieses Anliegen mit nach Magdeburg zu nehmen.

Desweiteren mahnte Brecht die Vereinfachung von Standards an. „Das ist die beste Form der Entbürokratisierung und Erleichterung sowohl für die Kommunen als auch für die Bürgerinnen und Bürger“, so der Oberbürgermeister. „Das rennt bei uns offene Türen ein“, entgegnete Katrin Budde. „Wir wissen aber aus vielen Diskussionen, dass es schwierig wird, sobald es ins Detail geht.“ Dann sei wieder jede einzelne Regelung enorm wichtig. „Da müssen wir über eine generelle Diskussion einen Weg finden.“

Letztes Thema waren die Kommunalfinanzen. Dr. Eberhard Brecht verwies darauf, dass durch die Umstellung von der steuer- auf eine einwohnerbezogene Berechnung die Investitionspauschale für Quedlinburg um ca. 620.000 Euro verringert wurde. „Das macht die Aufstellung eines ausgeglichenen Vermögenshaushalts enorm schwer“, so der Oberbürgermeister. Er bat, dies bei der Diskussion um das neue Finanzausgleichgesetz (FAG) für das Jahr 2013 zu berücksichtigen. Budde sagte dies zu und erklärte: „Die Finanzsituation ist bekannt. Wir können die öffentlichen Haushalte nur gemeinsam mit den Kommunen konsolidieren. Wir haben daher mit dem neuen FAG in den nächsten Jahren eine große Aufgabe vor uns.“