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budde 2010 kleinLiebe Genossinnen und Genossen,

das neue Jahr hat eine alte Erkenntnis bestätigt: die bürgerliche Traumkoalition in Berlin ist Geschichte, allerdings sehr lebendige, hat sich doch die schwarz-gelbe Bundesregierung noch immer nicht entschlossen, den musealen Ewigkeitsschlaf anzutreten.

Es wäre vielleicht auch schade, überrascht doch die Soap von der Spree ihr staunendes Publikum mit immer neuen Wendungen in der Handlung. Da lässt die saarländische Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer die erste Jamaika-Koalition des Landes just am Dreikönigstag platzen, als die Liberalen sich im Opernhaus – ausgerechnet – zu Stuttgart versammelt hatten, um sich am eigenen Schopf aus der Malaise zu ziehen. Erst der Spiegel-Döring und dann das. Kälter lässt sich nicht duschen. Ich weiß noch, wie es damals im Schwimmbad war, als sie mich beim Auftauchen kurz vor der Wasseroberfläche am Fuß gepackt hatten. So mag sich Rösler auch gefühlt haben.

 

Der Kanzlerin können wir dabei getrost Absicht unterstellen, hat doch die liberale Wählerflucht der CDU zur Halbzeitpause der Legislaturperiode das Überwintern als Tabellenführerin der Demoskopietabelle gesichert. Das erklärt ihr Lächeln dieser Tage.

Für‘s Saarland ist das etwas Gutes. Es hat die Chance, nach dem Jamaikaexperiment sozialdemokratischen Sachverstand auf die Regierungsbank zu schicken. Maas statt Jamaika! Die Kanzlerin wird weiter lächeln, auch wenn ihr das nächste Land verloren geht. Aber wer weiß, was sie im Schilde führt. Ich jedenfalls gehe nicht mit ihr schwimmen.

Eure Katrin Budde