5671_Katrin_Budde_212x300Liebe Genossinnen und Genossen,

Déjà-vus sind selten im politischen Leben, das vorletzte Wochenende hat uns dennoch eines beschert. Gemeinsam mit CDU/CSU und FDP haben SPD und Grüne ihren Kandidaten von der letzten Bundespräsidentenwahl, Joachim Gauck, auf den Schild gehoben. Das entspricht der gefühlten Stimmungslage in der Bevölkerung und nährt die Hoffnung, dass die Amtszeit Wulff als unbedeutendes Interregnum in die Geschichtsbücher eingehen wird. Gaucks Wahl in der Bundesversammlung dürfte Formsache sein. Gut so!

Ein einfacher Bundespräsident wird er allerdings nicht sein, weder für die Menschen, er ist erklärter Gegner der Politikverdrossenheit, noch für den Politikbetrieb, er ist ein unbequemer Mahner, und schon gar nicht für das linke Lager um die SPD, denn Gauck ist bekennender Konservativer, dessen politische Ansichten nicht selten gegen die der Sozialdemokratie stehen.

Schlimm ist das nicht. Wer einen politischen Menschen im Amte will, der muss ihm politische Standpunkte lassen, auch wenn es nicht die eigenen sind. Die Linke hat das nicht begriffen, sie lehnt den Demokratielehrer Gauck ab. Das entbehrt nicht einer gewissen Tragik, denn sie hätte ihn am meisten nötig!

Eure

Katrin Budde