Der Landtag von Sachsen-Anhalt hat in seiner heutigen Sitzung in einer Aktuellen Debatte das Thema "Öffentliche Auseinandersetzung zum Umgang mit Homophobie" debattiert.

Dazu erklärte Katrin Budde, Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion und SPD-Landesvorsitzende: "Morgen in einer Woche werden in Sotschi die Olympischen Winterspiele eröffnet. Diese Wettkämpfe um die Medaillen sollen nicht nur ein reines Kräftemessen sein, sondern auch im Zeichen des Olympischen Geistes stehen. Dieser Geist verbietet die Diskriminierung von Ländern oder Personen aufgrund von Rasse, Religion, Politik, Geschlecht oder aus sonstigen Gründen. Es gibt jedoch eine Gruppe von Menschen, für die dieses Diskriminierungsverbot scheinbar nicht gelten muss oder nicht gelten darf: für Homosexuelle. Dass es im 21. Jahrhundert möglich ist, dass Homosexualität staatlich sanktioniert werden kann, dass Menschen diskriminiert und geächtet werden, nur weil sie sind, wie sie sind, ist ein Skandal!

Das Recht auf die sexuelle Identität ist ein Menschenrecht. Es ist ein persönliches Freiheitsrecht, seine Identität als Mensch zu leben, ohne dafür diskriminiert zu werden. Das ist nicht auf Sachsen-Anhalt beschränkt. Das gilt für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Transsexuelle und Intersexuelle in Sachsen-Anhalt ebenso wie für die in Sotschi oder anderswo.

Zum Verein LEO. Wer glaubt, Homosexualität sei heilbar, der glaubt, Homosexualität ist ein Krankheit! Das ist nicht nur Unsinn, das ist gefährlich und menschenverachtend! Insofern ist es absolut angemessen und geboten, sich davon zu distanzieren. Ich begrüße es ausdrücklich, dass der Paritätische Wohlfahrtsverband die Mitgliedschaft von LEO auf den Prüfstand stellt!

Wir als SPD respektieren die vielen verschiedenen Lebensentwürfe in unserer Gesellschaft. Für uns ist Familie überall dort, wo Menschen dauerhaft füreinander Verantwortung übernehmen. Dazu gehören Paare – ob mit oder ohne Kinder und Trauschein – ebenso wie Alleinerziehende, Patchwork- oder Regenbogenfamilien sowie Großeltern und Menschen, die für ihre pflegebedürftigen Eltern sorgen. Daher fordern wir die vollständige Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare. Wir fordern die Öffnung der Ehe. Wir fordern die Gleichstellung im Steuerrecht. Und wir fordern die Gleichstellung im Adoptionsrecht. Sie können das bei uns im Regierungsprogramm nachlesen."