20150512-salinemuseum klZu einer auswärtigen Fraktionssitzung ist die SPD-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt am heutigen Dienstag im SalineTechnikum im Technischen Halloren- und Salinemuseum Halle zusammengekommen. Im Mittelpunkt des ersten Teils der Fraktionssitzung stand das Gespräch mit Prof. Dr. Elke Hartmann, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, und Steffen Kohlert, Geschäftsführer des Museums.

Dabei erklärte die Fraktionsvorsitzende der SPD, Katrin Budde:

„Die Förderung von mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern und das Werben für technische Berufe, zu denen das SalineTechnikum einen wichtigen Beitrag leistet, sind eine Grundlage zur Bekämpfung des Fachkräftemangels in unserem Land. Wir müssen früh anfangen, junge Menschen – und damit meine ich explizit Jungen und Mädchen – für technische Berufe zu begeistern. Ob sich diese dann anschließend für ein Studium oder eine Ausbildung in diesen Bereich entscheiden, weiß man nicht, aber es ist wichtig, erst einmal die Saat zu legen.

Die Zukunftsperspektiven in diesem Bereich sind auf jeden Fall hervorragend. Deutschland war eine Forschernation und soll das auch in Zukunft bleiben. Der wirtschaftliche Erfolg unseres Landes hängt davon ab, ob wir in der Lage sind, auch in Zukunft Innovationen zu entwickeln, die sich produzieren und verkaufen lassen.

Gerade wir in Sachsen-Anhalt haben in diesem Bereich erhebliche Defizite. Wir haben eine leistungsfähige Hochschul- und Wissenschaftslandschaft, und es gibt auch eine Reihe von Unternehmen, die mit hoch innovativen Produkten und Verfahren Marktführer in Deutschland und Europa sind – aber leider zu wenige. In keinem anderen Bundesland ist der Anteil von Aufwendungen für den Bereich Forschung und Entwicklung in den Unternehmen derart niedrig wie in Sachsen-Anhalt. Auch der Anteil des Forschungspersonals in den Unternehmen ist im bundesdeutschen Vergleich unterdurchschnittlich. Während der Staat viel Geld in öffentliche Forschung und Entwicklung investiert, mangelt es an Forschung und Entwicklung durch Unternehmen. Dafür braucht es nicht nur Investitionsbereitschaft, sondern vor allem auch Nachwuchs mit frischen Ideen!“

Budde würdigte das Engagement der Hallorenbruderschaft, die eine 1.200-jährige Tradition in Halle an der Saale aufrecht erhalte und sich zugleich aktuellen Herausforderungen stelle: „Im Salinemuseum und im SalineTechnikum kommen die Vermittlung von Technologiegeschichte und die Motivation junger Menschen für Technik und Naturwissenschaften zusammen. Ein toller Ansatz, der zeigt: Die Halloren sind auf der Höhe der Zeit!“

Hintergrundinformationen zum Tagungsort:

Das Technische Halloren- und Salinemuseum wurde 1967 in den Gebäuden der ehemaligen Königlich-Preußischen Saline zu Halle (Saale) eingerichtet. Trotz nachfolgender umfangreicher Abbruchmaßnahmen hat sich ein industriegeschichtlich bedeutendes Ensemble mit Salinenarchitektur des 18. bis 20. Jahrhunderts erhalten, das zu den ältesten und bedeutendsten salinengeschichtlichen Denkmalen Deutschlands zählt.

Das SalineTechnikum wurde 2010 gegründet. Es versteht sich als außerschulische Bildungseinrichtung für technische Bildung. Ziel ist, das Technikinteresse von Kindern und Jugendlichen aller Bildungsstufen zu fördern, zu stärken, sie für Technik zu begeistern. Es favorisiert eine enge Zusammenarbeit mit Kindergärten und Schulen aller Schulstufen und Schulformen. Die Projektthemen sind lehrplanorientiert, alltags- und regionalbezogen, handlungsorientiert und berufs- und studienorientiert. Die wichtigsten Veranstaltungen sind die seit 2011 stattfindenden Saline-Sommerakademien, die Berufs- und Studienorientierungsmesse, Projekttage in Kooperation mit einzelnen Schulen sowie Wochenendangebote für Kinder und Familien.